Deutschsprachige Evangelische Gemeinde Prag

Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB)

 
Hirtenbrief zur Coronasituation von Daniel Ženatý, Synodalsenior der EKBBmore_vertical
Hirtenbrief zur Coronasituation von Daniel Ženatý, Synodalsenior der EKBBclose

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde,

             wir durchleben eine schwierige Zeit. Ein heimtückisches Virus hat während weniger Tage das Leben auf unserem ganzen Planeten verändert.

Einmal werden wir uns fragen, ob diese Situation ohne Vorwarnung eingetreten ist, oder ob wir Warnzeichen nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten. Heute freilich, in der Zeit des Notstandes in unserem Land, ist es wichtig, dass wir einander Gutes wünschen, dass unsere Worte zu Geduld und Hoffnung beitragen. Und reden wir nicht in einer Weise, die überflüssigerweise Chaos und Missachtung anderer verbreitet.

Respektieren wir die Entscheidungen der Regierung. Wünschen wir unserem Premierminister, den Ministern, den Regierungen aller Länder, dass ihnen Gott Kraft gebe, Gesundheit, Weisheit und Demut.

Nehmen wir mit Respekt das Bemühen aller auf, die für die Alten, Schwachen und Wehrlosen sorgen. Unterstützen wir diejenigen, auf deren Rücken die Verantwortung für das Funktionieren der nötigen Dienste liegt. Bringen wir ihnen gegenüber deutlich unser Vertrauen und unseren Dank zum Ausdruck.

Beten wir für die Kranken, für die am meisten betroffenen Länder, Italien, Deutschland, Griechenland und weitere Länder in Europa und der ganzen Welt, und auch dafür, dass sich diese fürchterliche Infektion nicht in die Flüchtlingslager verbreitet und an Orte, an denen man weder die erforderlichen hygienischen Bedingungen noch gerechte Lebensbedingungen sicherstellen kann.

In den nächsten Wochen können wir uns nicht zu Gottesdiensten versammeln. Sie werden uns sehr fehlen. Freilich bedeutet eine Zeit ohne Gottesdienste nicht eine Zeit ohne Gott. Denn Jesus Christus ist gestorben und wurde auferweckt, er sitzt zur Rechten Gottes und ist unser Fürsprecher! Von ihm trennt uns weder Tod noch Leben, weder Gegenwart, noch eine zeitweise Aussetzung der Gottesdienste, noch das Koronavirus.

Versuchen wir die gegenwärtige Zeit der Beschränkung als Geschenk anzunehmen. Beten wir, lesen wir die Bibel – am besten laut – alleine oder zusammen mit unseren Nächsten. Entdecken wir von neuem die Schönheit der Psalmen, vielleicht das Bekenntnis, dass Gott unsere Zuflucht und unsere Kraft ist, in aller Trübsal, immer zur Hilfe bereit. Entdecken wir die Kraft der Liedertexte in unseren Gesangbüchern. Erfüllen wir die Gegenwart mit Hoffnung und Demut, auch wenn das Leben nach der gegenwärtigen Krise anders sein wird, bescheidener, dann muss es deswegen nicht schlechter sein. www.ustredicce.cz/Jeder von uns kann aktiv andere informieren zum Beispiel über Gottesdienste und gute Programme im Fernsehen, im Radio oder über gute Bücher.

Eine Hilfe sind auch unsere Internet-Seiten https://www.e-cirkev.cz/ und https://www.ustredicce.cz/, die täglich aktualisiert werden.

Der Notstand wird mit ziemlicher Sicherheit auch noch in der Zeit der Osterfeiertage gelten. Suchen wir gemeinsam als Kirche, und jede Gemeinde je nach unseren Bedingungen, Möglichkeiten, wie wir Ostern feiern können – bei gleichzeitiger Respektierung aller Beschränkungen.

Wir sind nach vielen Jahrzehnten die erste Generation, die sich in unserem Land mit einer Pandemie dieser Art auseinandersetzt. Aber sicher sind wir nicht die erste Generation, die sich mit dem Bösen auseinandersetzt. Gegen Ende des Krieges, im April 1945 kam in die Gemeinden unserer Kirche ein Brief des Synodalrates, in dem es unter anderem heißt: 

Tun wir alles für unsere körperliche Sicherheit und für die Erhaltung unseres Lebens, aber hüten wir uns vor kleingläubiger und feiger Angst… Es geht in diesen schweren Stunden nicht nur um die Erhaltung des Lebens und des Eigentums, sondern auch um Gottes Herrlichkeit und Ehre, darum, dass wir ihm treu befunden werden.

Auf dass uns die Gemeinschaft mit denjenigen, die schon bei Christus daheim sind, stärke in der gegenwärtigen und der kommenden Zeit.

Gottes Friede sei mit Euch allen.

Hochachtungsvoll

Daniel Ženatý, Synodalsenior

Synodalrat der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder

 
5% - Kopf hoch! Ein Aufruf unserer Kirchenleitung an alle Gemeinden und Ihre Mitgliedermore_vertical
5% - Kopf hoch! Ein Aufruf unserer Kirchenleitung an alle Gemeinden und Ihre Mitgliederclose

Schon dreißig Jahre sind wir frei. Schon das siebte Jahr kümmert sich unser Staat nicht darum, wie wir zu Geld kommen. Es liegt an uns, diese Aufgabe selber wahrzunehmen. Wir schaffen das.

1.           Wie gehen wir die Sache an?

Nach der Ordnung über das Wirtschaften der Kirche leistet jedes Gemeindeglied mit eigenem Einkommen mit einem Betrag von 5% seines Einkommens einen Beitrag für die Bedürfnisse der Kirche. Auch wenn diese weise Empfehlung schon mehrere Generationen gilt, erfüllt sie nur ein ganz kleiner Teil der Mitglieder unserer Kirche.

2.           Freilich, wen hintergehen wir, wenn wir das nicht tun?

Uns selber.

3.           Wie neu anfangen? Ohne Umgehen der eigenen Ordnungen?

Nun, ausrechnen, wieviel 5% des Netto-Einkommens ausmachen. Und monatlich diesen Betrag auf das Gemeinde-Konto überweisen.

4.           Und was ist mit denen, die nicht bezahlen werden?

Niemand wird niemanden nötigen.

5.           Und was ist mit denen, für die fünf Prozent zu viel ist?

Jeder ist verantwortlich für die Höhe des Beitrags, den er bestimmt. Niemand wird dies weder kontrollieren noch kommentieren.

6.           Ist die Rente auch ein eigenes Einkommen?

Ja, das ist sie.

7.           Und was ist, wenn ich anfange und die anderen nicht anfangen?

Es bleibt keine andere Möglichkeit als es zu riskieren.

8.           Wie war das mit den Israeliten, als sie das Rote Meer durchquerten?

Wer ist als erster zwischen die Wasserwände gegangen? Was für eine Garantie hatte er, dass die anderen auch gehen und dass er nicht alleine bleibt? Welche Garantie hatte er, dass die Wassermassen nicht auf halbem Wege zu einer Flut werden? Er hatte keine Garantie. Er hatte einen Glauben, den er mit den anderen geteilt hat, die Verantwortung hat er freilich für sich alleine selber getragen.

9.           Lassen wir uns begeistern vom Geschenk der Freiheit und lassen wir uns auf diesen Weg ein.

Alleine, oder zwei, drei, Freunde, Familie…. Verbreiten wir diese wunderschöne Möglichkeit weiter. Junge, Ältere, von Geburt an Evangelische oder Sie, die Sie erst kurz in der Kirche sind. Fangen wir gleich an. Und viel wird sich ändern.

Es verkleinert sich die Angst, wie das mit uns und unseren Gemeinden in ein paar Jahren aussehen wird. Lösungen, wie weiter, werden sich leichter finden. Für unsere ganze Kirche, für die Gemeinden, die größeren und die kleineren.

 

Übersetzung: Gerhard Frey-Reininghaus